Die Kunst des Drehbuchschreibens ist nur bedingt in nur wenigen Minuten erklärt oder gar erlernt. Dieser Beitrag widmet sich daher den grundlegendsten Komponenten eines Drehbuchs.

Bevor man mit dem eigentlichen Drehbuch beginnen kann, ist es wichtig eine Geschichte zu entwickeln. Der grobe Aufbau der Geschichte orientiert sich dabei an Fähigkeiten, die nahezu jeder spätestens in der vierten Klasse erlernt oder zumindest gehört hat. Auch die Story eines Drehbuchs orientiert sich meist am klassischen 3-Akt-Modell: Einleitung, Hauptteil, Schluss.

In der Einleitung werden dabei grundlegende W-Fragen beantwortet: Wer macht was wann wo?

Im Hauptteil wird dann die eigentliche Handlung näher beleuchtet und ein Spannungsbogen aufgebaut.

Im Schlussteil kommt es zur Auflösung der Geschichte.

Idealerweise wählt man als Rahmenhandlung ein Thema aus, mit dem man sich selbst identifizieren kann oder in dem man sich zumindest auskennt. Beispielsweise wird es für jemanden, der sich bisher nur mit Fußball beschäftigt hat, schwierig eine Geschichte über das mögliche Paarungsverhalten der Wattwürmer zu konzipieren. Selbstverständlich muss man nicht im All gewesen sein, um ein Drehbuch über die erste Mondlandung zu machen. Grundlegende Kenntnisse, z.B. der Gravitation, sollten aber schon vorhanden sein, um eine Geschichte schlüssig zu erzählen.
Auch ist es wichtig sich an seinen technischen Möglichkeiten und Kenntnissen zu orientieren. Eine gelungene Kampfszene z.B. ist nicht nur für Laien, ohne die entsprechenden Mittel schwer umsetzbar.
Hat man sein Thema gefunden, bietet es sich an, seine Geschichte in zwei, drei Sätzen zu formulieren. Wenn das nicht geht, ist der Plot, insbesondere für einen Kurzfilm entweder zu langweilig oder zu komplex. 
Ist die Grundlage des Drehbuches durch die Geschichte einmal gelegt, geht es darum seine Figuren zu entwickeln. Dabei sollte man sich durchaus auch Gedanken über die Biografie seiner fiktiven Charaktere machen. Welche Eigenschaften, welche Stärken und Schwächen soll meine Figur haben? Wie alt ist sie? Wie wurde sie sozialisiert? Welchem Beruf geht sie nach? All diese beispielhaften Punkte müssen im Film zwar nicht direkt auftauchen, aber es erleichtert den Prozess seinen Figuren Tiefe zu verleihen.
Die Entwicklung der einzelnen Charaktere dient in erster Linie dazu, seinen Film schlüssiger zu gestalten. Dieser Prozess erleichtert es auch die Handlungen einer Figur und die Motivation hinter seiner Handlung zu definieren. Hat man sich beispielsweise für einen pedantischen Charakter entschieden, der diese Eigenschaft im Verlauf des Films ablegt, so ist es wichtig dem Zuschauer in min. einer Szene diesen Wandel näher zu bringen. Ein Grund für diese Entwicklung könnte sein, dass der Protagonist mit etwas Unerwartetem, z.B. einer Trennung, konfrontiert ist.

Womit wir bei der wichtigsten Grundlage eines Drehbuches wären. Ohne Konfliktsituationen, ohne verschiedene Ziele und Bedürfnisse der einzelnen Charaktere gibt es keine Geschichte. So lange nicht min. eine Figur einen inneren oder äußeren Konflikt zu bewältigen hat, hat auch der Zuschauer keinen Grund, sich mit dieser zu identifizieren.
Die Konfliktsituation muss dabei von vornherein klar sein und auf ein Ziel hinlaufen. Dieses Ziel kann die Lösung oder Verstärkung des Konflikts sein. Jede Szene sollte dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. Tut sie das nicht, muss sie weg.

Wenn die Grundstruktur der Geschichte anhand dieser Komponenten geschaffen ist, kann man sich den Dialogen des Drehbuches zu wenden. Diese müssen zwangsläufig an der Rahmenhandlung und den Charaktereigenschaften der einzelnen Protagonisten orientiert sein. Sind sie das nicht, läuft man Gefahr, seinem Film einiges an Glaubwürdigkeit zu rauben.