Düsseldorf und das Umland fiebert dem Tour Start Anfang Juli entgegen. Zahlreiche Erwartungen sind mit ihr verknüpft. Dazu Oberbürgermeister Thomas Geisel: „Der Start der Tour de France hat viele Facetten – und bietet vielfältige Chancen für die Landeshauptstadt Düsseldorf – für unser Stadtmarketing, für Düsseldorf als sportbegeisterte Kommune und als 630.000-Einwohner Metropole, die bewusst das Fahrrad als Verkehrsmittel fördern möchte. Es ist auch eine große Chance für die Sportnation Deutschland, sich als Austragungsort für Großveranstaltungen erfolgreich zu positionieren. Und nicht zuletzt wollen wir mit dem Grand Départ Düsseldorf 2017 auch ein starkes Signal für die deutsch-französische Freundschaft senden, gerade in einer Zeit, in der der Zusammenhalt in Europa wichtiger ist denn je.“

Begleitend zu diesem Sportgroßereignis richtet das Institut für Romanistik der Heinrich-Heine-Universität vom 25. April bis zum 18. Juli die interdisziplinäre Ringvorlesung „Vélomanie?! Facetten des Radsports zwischen Mythos und Ökonomie“ im Haus der Universität aus.

In den insgesamt 14 Veranstaltungen, Vorträgen, Lesungen und Diskussionsrunden geben Professorinnen und Professoren der Heinrich-Heine-Universität, der Deutschen Sporthochschule Köln und den Universitäten Hamburg, Freiburg und dem französischen Cergy-Pontoise einmal wöchentlich auf ansprechende und verständliche Weise Einblicke in die aktuellen Entwicklungen verschiedenster Wissens- und Forschungsgebiete. Aus aktuellen Perspektiven der Sportgeschichte, Sportökonomie, des Marketings, der Sportmedizin, der Philosophie, der Literatur- und Kulturwissenschaften sowie der Sprachwissenschaft wird nicht nur der Radrennsport beleuchtet, sondern auch das Fahrradfahren im Allgemeinen.

„Bei unserer Recherche nach wissenschaftlichen Beiträgen ist uns aufgefallen, dass der Radsport vor allem sportwissenschaftlich, -medizinisch und -geschichtlich erschlossen ist. Und dass es sich lohnt, das Phänomen der Tour aus weiteren wissenschaftlichen Perspektiven zu beleuchten. Gerade die Romanistik kann hier eine Brücke zwischen den verschiedenen Disziplinen schlagen, steht sie doch für Expertise in Sachen Frankreich und französische Kultur“, so die beiden Initiatoren, Jun.-Prof. Sieglinde Borvitz und Prof. Dr. Frank Leinen, vom Institut der Romanistik.

Die Veranstaltungsreihe im Haus der Universität begann am Dienstag, 25. April 2017 um 20 Uhr mit dem Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Mittag, Leiter des Instituts für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Seine These: Die Tour de France war von Beginn an nicht allein als Sportereignis konzipiert, sondern stellte eine ideale Projektionsfläche für die unterschiedlichsten Interessen dar. Er ging der Frage nach, welche unterschiedlichen Einflüsse auf die Tour einwirkten, welchen Veränderungsprozessen sie unterlag und wie das Verhältnis zwischen Sport und Spektakel immer wieder neu austariert wurde.

Textauszüge von : Carolin Grape (veröffentlicht am 25.04.17 auf HHU.DE)