„Kooperative Rhetorik in Theorie und Praxis“, so lautete das Thema der Mündlichkeitstagung, die vom 27. bis zum 29. September 2018 im Haus der Universität stattgefunden hat. Die Themenpalette im Programm reichte von theoretischen Grundlagen bis hin zu praxisbezogenen Konzepten und Erfahrungsberichten. Einen Wokshop haben teilnehmende Studierende hier dokumentiert:

 

 

Rhetorik in der Schule. Gestern – heute – morgen (Welt-Café)

„Rhetorik in der Schule“ – das war von Anfang an ein zentrales Anliegen der Sprechwissenschaftler*innen und Sprecherzieher*innen. 2016 feierte die „Deutsche Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung e.V.“ (DGSS) ihr 85-jähriges Bestehen. 

Wichtige Stationen waren:

1930 Auf Initiative von Erich Drach wird der „Deutsche  Ausschuss für Sprechkunde und Sprecherziehung“ (DAfSuS) im Anschluss an die Tagung „Stimme und Sprache“ im Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Berlin gegründet.

1931  Das zentrale Anliegen des Verbandes ist von Anfang an die qualifizierte Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. So wird die erste „Prüfungsordnung für Sprechlehrer“ auf der Verbandstagung am 27. Mai 1931 verabschiedet.

1948 Nach den NS-Wirren wird der DAfSuS wieder belebt: Die Fachvertreter tagen erstmals wieder am 11./12.09.1948 in Göttingen.

1964 Der DAfSuS wird zur DGSS: Auf Initiative von Hellmut Geißner wird der Fach-Elite-Ausschuss zur breiten wissenschaftlichen Gesellschaft umstrukturiert.

1978  Aus „-kunde“ wird „-wissenschaft“: Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wir die Umbenennung in „Deutsche Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung e.V.“ (DGSS) beschlossen. Der veraltete Begriff der „Kunde“ wird durch „Wissenschaft“ ersetzt. Damit wird der Name dem aktuellen Sprachgebrauch angepasst und der Forschungsanspruch dokumentiert.

Heute kann man sagen, dass die DGSS ein moderner Berufs- und Wissenschaftsverband ist. Sprechwissenschaft und Sprecherziehung stehen zwar in der Tradition antiker rhetorischer Bildung, aber heute beschäftigen sich die Lehrbereiche mit allen Aspekten mündlicher Kommunikation. Dazu zählen Gespräch, Rede, Argumentation, Erzählen, Vorlesen, Vortragen, Sprechkunst, Atmung, Stimme, Sprechen und Hören genauso sowie Stimm-, Sprech- und Sprachstörungen. Das Ziel der DGSS ist die Förderung von Lehre und Pflege der mündlichen Kommunikation. Die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist seit der Anfangszeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Die DGSS unterstützt die Verbindung von Sprechwissenschaft und sprecherzieherischer Praxis, die Aus- und Fortbildung von Sprecherzieher*innen sowie die Entwicklung und Förderung entsprechender universitärer Studiengänge und entwickeln methodisch-didaktische und berufspolitische Konzepte. Aktuell zählt der Verband etwa 900 Mitglieder.

In diesem Worldcafé machten wir die Entwicklung von „Gestern – heute – morgen“ erlebbar und diskutierten, in welche Richtung sich Rhetorik und mündliche Kommunikation in der Schule weiterentwickeln können und sollen.

Die Veranstaltung gliederte sich in drei Schritte:

Schritt 1: Gestern Wir versetzten uns in die Gründungszeit der Sprechwissenschaft und Sprecherziehung Anfang des 20. Jahrhunderts und inszenierten eine pädagogische Konferenz über die Stellung der Rhetorik in der Schule: Vertreter verschiedener Konzeptionen diskutieren 1930 über Ziele und Methoden der rhetorischen Bildung in der Schule: Erich Drach, Ewald Geißler, Karl Hartmann, P. Konrad Lienert, Hans Probst, Robert Riemann, Karl Schmeing, Adolf Philippi. Mitwirkende Studierende: Laura Dittrich, Chong Tian Dong, Rebekka Lehmann, Karen Schmitz, Lena Schneider und aus dem Publikum Prof. Norbert Gutenberg

Schritt 2: Heute In Poster- bzw. kurzen Impuls-Vorträgen wurden aktuelle Konzeptionen präsentiert.

Schritt 3: Morgen Wie kann es weitergehen? Was können Sprechwissenschaftler*innen und Sprecherzieher*innen dafür tun? Was soll sich wie ändern? – Darüber wurde mit den Besuchern diskutiert, Ziel: Ideen und Vorschläge, die in die Praxis umgesetzt werden können. 

 

 

 
 
  • Historische Rollenspiel-DiskussionSchritt 1: Gestern49:08
  • Rhetorik-AGKaren SchmitzSchritt 2: Heute6:33
  • Rhetorik im SprachbuchLaura DittrichSchritt 2: Heute11:51
  • Jugend debattiertKerstin Hauke, Landesbeauftragte von Jugend debattiertSchritt 2: Heute25:17
  • KMK-Bildungsstandards zur mündlichen KommunikationMarita Pabst-WeinschenkSchritt 2: Heute15:46
  • DGSS-Schüler-ZertifikatFranziska Trischler, 2. Vorsitzende der DGSSSchritt 2: Heute12:41
  • Rhetorik als eigenes Schulfach an den docemus Schulen und an der Merz-SchuleLaura Dittrich // Felicitas Selbor-ScheuermannSchritt 2: Heute13:32
  • Zusammenfassung der Diskussionsergebnisse durch verschiedene TeilnehmendeSchritt 3: Morgen19:19